Praxisübergreifende elektronische Patientenakte

Foto elektronische PatientenaktePraxis- und sektorenübergreifende elektronische Vernetzung und die Nutzung einer zentralen Patientenakte sind im Gesunden Kinzigtal kein Zukunftsszenario mehr: Während die bundesweite elektronische Gesundheitskarte zu scheitern scheint, läuft das von Ärzten und einem Softwarehaus eingerichtete System im Gesunden Kinzigtal völlig problemlos. Die teilnehmenden Versicherten, Ärzte und Krankenhäuser sind von dem Nutzen, den die Vernetzung gerade für das praxis- und sektorenübergreifende Krankheitsmanagement bringt, überzeugt. Bis November 2011 wurden im Kinzigtal bereits über 1.000 Pässe ausgegeben.

Der Patient behält dabei die Hoheit über seine Daten: Er allein bestimmt, welcher Arzt Einblick in seine Daten bekommen soll. Mittels einer Chipkarte mit elektronischem Schlüssel kann er seine Patientenakte in der jeweiligen Praxis freischalten. Über 20 Praxen und ein Krankenhaus sind bisher vernetzt.

Marcus Auel, niedergelassener Internist und Vorsitzender des Medizinischen Qualitätsnetzes – Ärzteinitiative Kinzigtal, berichtet: „Für uns spart die elektronische Vernetzung enorm viel Zeit. Ich muss nicht mehr bei meinen Kollegen anrufen oder anrufen lassen, um zu fragen, welche Diagnosen gestellt oder welche Medikamente verordnet wurden. Das kann ich alles der E-Akte entnehmen, was natürlich vor allem bei chronisch Kranken oder multimorbiden Patienten besonders wichtig ist.“ Viele unnötige Doppeluntersuchungen und unerwünschte Wechselwirkungen von Medikamenten könnten so erfolgreich verhindert werden, ergänzt er.

Ein weiterer Vorteil: Die Ärzte können ihre bewährte Praxisverwaltungssoftware weiterhin nutzen. Die technische Lösung im Kinzigtal ermöglicht einen problemlosen Datenaustausch unabhängig vom eingesetzten Praxisverwaltungssystem. Nach diesem erfolgreichen Start wollen wir das System auch in unseren anderen Managementgesellschaften umzusetzen.

 

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