Gesundheitsversorgung von morgen –
Vision 2015

Ist eine ethische, qualitativ hochwertige und ökonomisch sinnvolle Gesundheitsversorgung möglich? Eine regional organisierte Versorgung, die auch ländliche Regionen wieder attraktiv macht? Wir sind davon überzeugt. Für das Jahr 2015 haben wir ein Szenario* entworfen – lesen Sie, welche Steuerungs- und Integrationsimpulse dafür nötig sind und ob Sie sich in diesem Szenario wiederfinden.

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*Dieses Szenario ist rückblickend aus dem Jahr 2015 fiktional geschrieben. Alle behaupteten Ereignisse der Jahre 2011 bis 2015 sind insofern Annahmen und Hypothesen.

Regionale Versorgungsverantwortung – die Zukunft jetzt gestalten

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Die gesundheitliche Versorgung ist regional organisiert. Eine Kerngruppe der lokalen Versorgungspartner übernimmt gemeinsam mit einem professionellen Management Versorgungsverantwortung. Durch eine qualitativ gute und effiziente Behandlung erhöhen sie den Gesundheitsnutzen der Bevölkerung. Der Patient steht als aktiver Partner im Mittelpunkt.

So stellen wir uns die Gesundheitsversorgung der Zukunft durch die von uns mitgetragenen regionalen Gesundheitsunternehmen vor. Für das Jahr 2015 haben wir ein Szenario* entworfen – lesen Sie, welche Steuerungs- und Integrationsimpulse dafür nötig sind und ob Sie sich in diesem Szenario wiederfinden.

Mehr Gesundheitsnutzen für die Menschen der Region – notwendiges Ziel eines Unternehmens im Gesundheitswesen

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Unser Ziel ist, einen zusätzlichen und nachhaltigen Gesundheitsnutzen zu schaffen.

Wir meinen damit den Nutzen, den die Bevölkerung und die Gesellschaft aus einem verbesserten (allgemeinen) Gesundheitsstatus ziehen können: Durch eine verbesserte Aufmerksamkeit können gewisse Erkrankungen vermieden, insbesondere chronische Krankheiten hinausgezögert und strukturelle Mängel sowie Versorgungsbrüche an der Schnittstelle zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern verhindert werden. Die Lebensqualität und die Zufriedenheit der Menschen steigen. Gleichzeitig sinken die Kosten für die Gesundheitsversorgung, weil die Ressourcen effizienter eingesetzt werden.

Dies erreichen wir durch umsichtige Prävention und eine individuelle qualitativ hochwertige Versorgung sowie durch einen Behandlungsansatz, bei dem der ganze Mensch und seine Umgebung betrachtet und positive Ressourcen gefördert werden. Wichtig ist dabei auch, dass die Bevölkerung für ihre Fähigkeiten, ihre Erkrankungen und ihre persönliche Lebenswelt sensibilisiert wird.

Gesunde Regionen: Unser Gesundheitssystem im Jahr 2015

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Die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) und die gesetzlichen Krankenkassen haben seit einer Reform im Sommer 2011 deutlich mehr Möglichkeiten und Anreize, Qualitätssicherungs- und Versorgungsverträge mit regionalen Gesundheitsorganisationen zu schließen, wenn diese regionale Versorgungsverantwortung übernehmen und sich Qualitätsvergleichen stellen. Die KVen haben dabei einen großen Schritt getan: Sie fördern die regionalen Gesundheitsunternehmen und die daran beteiligten Ärzte durch Zuschläge auf ihre vertragsärztliche Vergütung, in unterversorgten Regionen sogar zusätzlich durch Sicherstellungszuschläge.

Der Gesetzgeber blieb aber auch nicht außen vor: Ein wissenschaftlich begleitetes Demonstrationsvorhaben und ein Bürgschaftsfonds für Versorgungsinnovationen unterstützen die Anschubfinanzierung für alle Leistungspartner. Außerdem dürfen die Krankenkassen seit 2012 ihre Zusatzbeiträge regional festlegen. Heute, im Jahr 2015, zeigen sich erste Effekte: Mehrere Krankenkassen können es sich leisten, in Gebieten mit regionaler Versorgungsverantwortung – dafür existiert inzwischen der Begriff Gesunde Regionen – auf Zusatzbeiträge zu verzichten. Gleichzeitig gewinnen sie durch die neuen Angebote weitere Mitglieder.

 

Regionale Gesundheitsunternehmen steuern die Versorgung

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Professionell gemanagte regionale Gesundheitsunternehmen verantworten die Versorgung einer regionalen Gruppe von Versicherten. Dafür werden sie an den Einsparungen im Verhältnis zu den Durchschnittskosten in Deutschland beteiligt. Ärzte und alle anderen an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen arbeiten eng zusammen, sind elektronisch vernetzt und überwinden so die bisherigen Grenzen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung. Versorgungsbrüche, gerade bei chronisch Kranken, kommen deutlich weniger vor. Gesellschafter der regionalen Gesundheitsunternehmen sind zumeist regionale Ärztenetze, daneben aber auch interkommunale Arbeitsgemeinschaften, Krankenhäuser und gesundheitswissenschaftlich ausgerichtete Managementgesellschaften.

Seit der Reform in 2011 dürfen die Gesundheitsunternehmen auch versichertenbezogene Daten speichern und verarbeiten, sofern der Versicherte einwilligt. Prozessabläufe können sie dadurch heute zielgerichtet steuern und frühzeitig immer wieder anpassen. Viele von ihnen lassen sich wissenschaftlich evaluieren und haben ein professionelles Fehlermanagement.

Ein Beispiel: Die Region Gesundes Valentinstal

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Eine Gruppe von Ärzten der Region Valentinstal hat gemeinsam mit OptiMedis vor vier Jahren einen Vertrag mit drei großen und vier kleineren Krankenkassen geschlossen, die zusammen heute etwa 70 Prozent der dortigen Bevölkerung versichern. Als Vertragsziel ist vereinbart, Behandlungsabläufe besser zu koordinieren, Prävention zu fördern und Krankheiten, vor allem chronische Erkrankungen, weitgehend zu verhindern bzw. hinauszuzögern. In kürzester Zeit hat die dafür gegründete Managementgesellschaft ein enges Netz aus Ärzten, Kliniken, Physiotherapeuten, ambulanten Pflegediensten, Pflegeheimen, Apotheken, Sportvereinen und den dortigen kommunalen Gremien geschaffen – das Gesunde Valentinstal. Gemeinsam wollen die Partner dem Namen Valentinstal – Valentin kommt aus dem Lateinischen und bedeutet gesund und kräftig – gerecht werden.

Dr. Eva Gruber war sofort bereit, als Internistin dabei zu sein. „Ich schätze es, mit anderen zusammen zu arbeiten und voneinander zu lernen.“

Salutogenese: Der Arzt als Coach

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Besonders wichtig ist der Internistin Eva Gruber der salutogenetische Ansatz, nach dem die Ärzte arbeiten. Sie sehen ihre Arbeit nicht darin, ihren Patienten zu einem durch den Arzt definierten Zustand hinzuführen sondern als einen Entwicklungsprozess, der auf vorhandenen positiven Ressourcen aufbaut und dem Patienten Freiraum für seine eigene Zieldefinition lässt. Dabei ist es wichtig, dass Ärzte und Therapeuten den gesamten Menschen und seine Umgebung betrachten und nicht jeder nur seine Spezialdisziplin im Blick hat. „Vor allem aber habe ich dadurch gelernt, dem Patienten mehr zuzuhören und mich selbst eher als Coach zu sehen, der den Patienten begleitet und berät, ihm aber letztendlich die Entscheidungen über sein Leben zugesteht“, erzählt Eva Gruber. „Das hat mich auch in meiner eigenen Arbeit ein Stück entlastet.“ Sie ergänzt selbstkritisch: „Das gelingt mir noch nicht immer. Die tradierten Gewohnheiten auch mancher Patienten halten mich doch schnell noch in der ‚alten Welt‘, aber es gelingt immer öfter und gerade bei den heute 40-Jährigen klappt das schon ganz gut.“

Shared Decision: Arzt und Patient entscheiden gemeinsam

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Jeder Patient, der sich in das regionale Netz einschreibt, wird zunächst sorgfältig untersucht. Dann werden seine Präventionspotenziale und gesundheitlichen Risiken herausgearbeitet. Seit 2014 können die Ärzte dazu auch eine eigens dafür entwickelte Software, die Entscheidungen unterstützt, nutzen. Im Valentinstal testen die Ärzte zurzeit die internetbasierte Lösung dieser Software für die ersten 1.000 Patienten.

Die Ärzte arbeiten nach der Shared Decision Making-Methode, das heißt, Arzt und Patient kommunizieren intensiv und entscheiden gemeinsam über die angemessene medizinische Behandlung. Im Vordergrund des gemeinsamen Gespräches stehen dabei nicht die Defizite eines Patienten sondern seine positiven Ressourcen. „So wollen wir unsere Patienten befähigen, ihre Krankheit ein Stück weit selbst zu managen und Verantwortung dafür zu übernehmen“, erklärt die Internistin Gruber.

Gesundheitsprogramme unterstützen die Patienten

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Klara Reinert erfuhr über das Patienten-TV im Wartezimmer ihres Orthopäden, dass es in dem regionalen Netz verschiedene Gesundheitsprogramme gibt – für Übergewichtige, ältere Menschen oder für Patienten mit Osteoporose, chronischen Wunden, Diabetes und Depressionen. Gut findet Frau Reinert, dass diese Programme meist durch Mitarbeiterinnen angeleitet werden, die sie schon aus den Praxen kennt. Die Medizinischen Fachangestellten wurden dazu speziell weitergebildet. Klara Reinert hatte noch vor Augen, wie schwer ihre Mutter in ihren späten Jahren an dem Knochenschwund gelitten hatte, und meldete sich kurz darauf an und nimmt nun schon seit einem Jahr an dem Osteoporose-Programm „Starke Muskeln – feste Knochen“ teil. Gemeinsam mit anderen Betroffenen macht sie zweimal pro Woche Sport und ist motiviert, sich angemessen zu ernähren. Schon mehrmals hat sie Nachbarinnen zu den regelmäßigen medizinischen Informationsabenden mitgenommen, wo sie sich über Krankheiten und die Möglichkeiten der Vermeidung und Vorbeugung informieren können.

Telemedizin gibt Sicherheit

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In einigen Programmen werden die Patienten telemedizinisch betreut. Der 75 Jahre alte Otto Wegener etwa, der an Herzinsuffizienz leidet, hat zu Hause eine elektronisch vernetzte Waage und ein Blutdruckmessgerät. „Per SMS werden meine Werte direkt an die medizinische Leitstelle des Versorgungsnetzes weitergeleitet“, erzählt er. Sobald sie deutlich von den Durchschnittswerten abweichen, bekommt er einen Anruf. Wenn er Fragen hat oder sich sein Gesundheitszustand plötzlich verschlechtert, kann er die Leitstelle direkt anrufen.

Auch Herta Maurer, 58, profitiert von den telemedizinischen Angeboten. Neben der elektronischen Waage und dem Blutdruckmessgerät hat die Hypertonie-Patientin zusätzlich noch einen Bewegungssensor. Alle Geräte geben die Daten an die Leitstelle weiter. Gleichzeitig erhält sie der Arzt, trägt sie in die Elektronische Patientenakte ein und kann auf dieser Basis die Therapie optimieren. Regelmäßig wird sie telefonisch nach ihrem Befinden, Symptomen und Medikamenteneinnahme befragt. Herta Maurer freut sich, dass sie mittlerweile nur noch die halbe Dosis ihrer Medikamente nehmen muss und sie dadurch deutlich weniger Nebenwirkungen hat.

Qualität durch elektronische Vernetzung

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Die niedergelassenen Ärzte, Krankenhäuser und Pflegeheime des Netzes sind untereinander vernetzt und können nach Einwilligung des Versicherten auf seine elektronische Patientenakte zugreifen. Sie erstellen Betreuungspläne und tragen sie dort ein. Bei Abweichungen können sie sofort entsprechende Maßnahmen treffen. „Doppeluntersuchungen, Arzneimittelinteraktionen oder Effizienz- und Qualitätsverluste an den Schnittstellen der Sektoren werden verhindert“, betont die Internistin Eva Gruber.

Klara Reinert gibt das sehr viel Sicherheit: „Früher wusste niemand Bescheid, was mit mir schon gemacht worden war, wenn ich ins Krankenhaus oder von einem zum anderen Facharzt musste. Wie oft wurden Untersuchungen wiederholt und wie oft musste ich warten, bis dann der andere Arzt für die Rückfragen erreichbar war. Heute sind alle wichtigen Diagnosen und auch die Medikamente, die ich nehmen muss – bei mir zum Beispiel ein Gerinnungshemmer – in meiner elektronischen Patientenakte vermerkt.“

Home Care-Betreuer und Patientenbegleiter

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Für intensiv pflegebedürftige Patienten hat das regionale Gesundheitsunternehmen spezielle Pflegekräfte angestellt. Sie kümmern sich beispielsweise um Patienten, die enteral oder parenteral ernährt werden müssen oder auf eine Stomaversorgung angewiesen sind. Gemeinsam mit Ärzten und Pflegedienst stimmen sie sich über die Behandlung ab und sorgen dafür, dass alle medizinischen Produkte zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind und fachgerecht angewandt werden. Wenn die Patienten ins Krankenhaus kommen oder entlassen werden, ermöglichen sie einen reibungslosen Übergang. Wer Fragen oder Sorgen hat, kann sich jederzeit an die Home Care-Betreuer wenden.

Auch andere Patienten mit chronischen Erkrankungen werden zusätzlich betreut – durch eigens ausgebildete Patientenbegleiter. Sie helfen dabei, die in der Regelversorgung in den vergangenen Jahren zunehmend beklagten Versorgungsbrüche zu verhindern.

Qualität und Effizienz stehen an erster Stelle

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Die Ärzte des regionalen Versorgungsnetzes arbeiten nach gemeinsamen Qualitätsstandards und sind zertifiziert. Für viele verschiedene Krankheitsbilder haben sie gemeinsame Behandlungsleitlinien entwickelt. Untersuchungen, Verordnungen von Arzneimitteln, Heil- und Hilfsmitteln oder Überweisungen laufen bei den verschiedenen Krankheitsbildern in ähnlicher Weise ab. In regelmäßigen Qualitätszirkeln bilden sich die niedergelassenen und Klinikärzte fort und beraten über die Behandlung ihrer Patienten. Auch bei der Arzneimittelversorgung arbeiten die Ärzte nach gemeinsamen Vorgaben. Sie einigen sich je Medikamentengruppe auf die Präparate, die qualitativ gleichwertig mit anderen, aber kostengünstiger sind – und diese werden von den Ärzten bevorzugt verordnet.

Besonders nützlich findet die Internistin Eva Gruber die im Rahmen des Qualitätsmanagements Ende 2011 eingeführten Patientenbefragungen mittels eines Touchscreens auf dem die Patienten ihren Arztkontakt ganz einfach bewerten können. Sie werden automatisch ausgewertet und decken Schwachstellen auf.

Eine Region macht mobil

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Das regionale Netz geht noch weit über die ärztliche Arbeit hinaus. Bereits in der Kindertagesstätte und in der Schule lernen Florian und Mareike Mayer wie wichtig gesundes Essen, regelmäßiges Toben und Bewegung sind. Ihre Mutter nutzt als Selbstzahlerin die vergünstigten Fitnesskurse im örtlichen Sportverein und bekommt von ihrer Krankenkasse dafür einen großzügigen Rabatt. Ihr Mann macht in der wöchentlichen Laufgruppe mit, angeleitet von einer ausgebildeten Übungsleiterin des regionalen Gesundheitsunternehmens. Sein Ziel ist die Teilnahme am 10-km-Lauf, der jedes Jahr anlässlich des „Fests der Gesundheit“ stattfindet. Einen ganzen Tag lang finden dort unterschiedliche Vorführungen statt, informieren Selbsthilfegruppen und Experten, wird die Bevölkerung dazu aufgerufen, ihre Ideen zu entwickeln, wie das Gesunde Valentinstal noch verbessert werden könnte.

Gesundheitsbezogene „Zukunftswerkstätten“ gibt es aber auch nach dem großen Fest. Ärzte, Apotheker, Physiotherapeuten und viele anderen arbeiten hier mit den Gemeinden und den lokalen Betrieben, wie aber auch mit Selbsthilfegruppen und Vereinen zusammen – und laden Gruppen aus der Bevölkerung dazu ein.

Gemeinsam mit den Betrieben Gesundheit fördern

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Die Betriebe der Region nutzen die Angebote der betrieblichen Gesundheitsförderung durch das regionale Gesundheitsunternehmen. Regelmäßig organisiert das Gesunde Valentinstal Schulungen, um die Arbeitsorganisation und -umgebung zu verbessern. Die Arbeitnehmer können verschiedene Freizeit-, Fitness- und Ernährungsangebote nutzen und werden in ihrer persönlichen Entwicklung beraten. Der Krankenstand in der Region ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken.

Dipl. Ing. Ingo Wallmann, Besitzer eines Metallfachbetriebes mit insgesamt 400 Mitarbeitern, betont noch einen anderen Vorteil: Im Wettbewerb mit den großstädtisch geprägten Regionen, die junge Facharbeiter anziehen, will er das Wissen und die Kompetenz der älteren Kollegen möglichst lange erhalten. „Inzwischen haben wir es gemeinsam mit dem Gesunden Valentinstal geschafft, dass wesentlich mehr unserer Kollegen bis zu ihrem gesetzlichen Ruhestand bei uns bleiben können. Einige bleiben sogar jetzt noch länger bei uns in einem Expertenzirkel Senior Professionals“, berichtet er.

Ärzte haben mehr Zeit

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Obwohl sich die Ärzte heute mehr Zeit für ihre Patienten und die gemeinsamen Treffen mit den Kollegen nehmen, arbeiten sie nicht mehr als vorher. In vielen anderen Bereichen sparen sie Zeit – zum Beispiel indem sie Befunddaten unkompliziert über das elektronische Netz verschicken.

Auch das professionelle Terminierungssystem, das alle Ärzte in ihren Praxen nutzen, spart viel Zeit und Ressourcen. Von allen Behandlungszimmern aus können die Ärzte und Medizinischen Fachangestellten mit den Patienten weitere Termine in der eigenen oder – über einen Online-Zugang – mit anderen Facharztpraxen vereinbaren. Bis zu 40 Prozent der Telefonzeiten sparen die Praxen dadurch ein. Wer fest vereinbarte Leistungen wie etwa Akupunktur-Sitzungen bekommt, kann direkt über das Internet einen Termin buchen. Per E-Mail können die Patienten Rezepte bestellen oder Fragen stellen. Sie werden in den Arztpraxen zeitnah gelesen und bei Eingang bis 15 Uhr noch am selben Tag beantwortet. Dafür werden die Praxen zusätzlich vergütet.

Dr. Marcus Wohlfahrt, klinisch tätiger Kardiologe und Mitglied des Ärztlichen Beirats vom Gesunden Valentinstal, gibt aber zu: Erst einmal hatten wir deutlich mehr Aufwand. Die Ersparnisse sehen wir erst jetzt allmählich.

Die regionale Versorgung ist gesichert

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Die Integrierte Versorgung ist im Gesunden Valentinstal wie in vielen anderen regionalen Systemen zu einem Standortvorteil geworden und beugt einem Ärztemangel in ländlichen Gebieten vor. Schon 2011 hat das regionale Gesundheitsunternehmen ein Förderprogramm für junge Ärzte eingerichtet, das ihnen eine strukturierte Weiterbildung in den Praxen und Krankenhäusern der Region bei guter Vergütung ermöglicht. Dadurch wurden mehrere junge Ärzte in die Region gelockt. Sie schätzen das verbindliche Zusammenarbeiten und das attraktiver gewordene Umfeld. Meist arbeiten sie in Ärztehäusern oder größeren Praxen zusammen. Für kleinere Gemeinden wurden zunächst Besuchsstunden in den Gemeindeverwaltungen eingerichtet – teilweise mit Pflegekräften und teilweise ärztlich unterstützt. Mittlerweile können die Patienten aber ein lokales Taxiunternehmen nutzen, weil dies letztendlich günstiger ist.

Das geht natürlich nicht ohne die starke Unterstützung von Politik und Verwaltung vor Ort. Hier haben sich neue Verbündete gefunden, die das „Ziel Gesundheit“ in den ländlichen Kommunen voranbringen wollen. Denn nur wo die medizinische Versorgung ausreichend gesichert ist, wo ausreichend Menschen mit hoher Qualifikation leben und möglichst lange auf dem regionalen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, gibt es für die Bevölkerung eine Zukunftsperspektive.

Das Gesunde Valentinstal – Pionier für Innovationen

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Dr. Marcus Wohlfahrt ist besonders stolz darauf, dass das Netz in den vergangenen Jahren eine Reihe von Innovationen einführen konnte. Sie sind Ergebnis der engen Zusammenarbeit zwischen den inzwischen 16 mit OptiMedis verbundenen „Gesunden Regionen“, die ihre Arbeitsergebnisse und Erfahrungen in der Umsetzung untereinander austauschen. So konnte das Gesunde Valentinstal zum Beispiel aus einem Projekt vom Gesunden Kinzigtal im Schwarzwald die Erfahrungen und die notwendige EDV zur Verwendung von Wochenblister-Packungen für chronisch Kranke und ältere Patienten nutzen.

Umgekehrt konnten die Leistungspartner vom Gesunden Valentinstal ihre Zukunftswerkstätten, die sie mit Patienten unterschiedlicher Altersgruppen durchgeführt hatten, den anderen Regionen vorstellen. Dabei ging es um die Akzeptanz neuer diagnostischer Tests und sozialwissenschaftlicher Methoden. Wieder andere hatten Projekte für besondere Personengruppen, darunter Patienten aus sozial schwächeren Schichten und Migranten, ausgearbeitet, die in mehreren Regionen erfolgreich laufen.

Die Ärzte und andere Leistungspartner verdienen am Gesundheitsgewinn

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Damit das regionale System in Valentinstal erfolgreich ist, musste die Vergütung komplett umgestellt werden. Die frühere Finanzierung der ärztlichen wie therapeutischen Arbeit orientierte sich zu stark daran, wie viele Leistungen abgerechnet wurden. Wer sich dagegen engagierte, seine Patienten zu einem gesünderen Leben zu motivieren statt immer gleich ein Rezept auszustellen und sie damit möglichst lange gesund zu halten, konnte dies zwar gerne tun – aber auf eigene Kosten.

Seit der Gesetzesänderung ist dies anders: Das regionale Gesundheitsunternehmen hat die Versorgungsverantwortung für die Versicherten. Die Ärzte des Netzes werden nach Einzelleistungen und Leistungskomplexen nach einer gemeinsam definierten internen Honorarordnung bezahlt. Zusätzlich orientiert sich ihre Vergütung am Gesundheitsgewinn. „Wir verdienen daran, die Menschen möglichst gesund zu erhalten, also die Ausgaben der Krankenkassen relativ zu den durchschnittlichen Kosten in Deutschland zu senken“, beschreibt der Orthopäde Dr. Johann Rüger. „Seit 2012 haben wir dies in jedem Jahr geschafft, dadurch können wir uns auch jetzt mehr Zeit für die Patienten nehmen.“

Die Gesunden Regionen im Kontrast zur Regelversorgung

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Seit einigen Jahren erscheint jährlich ein Versorgungsatlas Deutschland. Er stellt auf Kreisebene Unterschiede in der Versorgung und der Lebenserwartung anhand diverser Qualitätsindikatoren dar. Durchgängig zeigen die Gesunden Regionen dabei ein auffällig gutes Muster.

Die Enquete-Kommission des Deutschen Bundestags zum Stand der Gesundheitsversorgung in Deutschland beginnt im Dezember 2015 ihren Bericht mit folgendem Resumee: „Vier Jahre nach der Strukturreform im Gesundheitswesen von 2011 klafft die Versorgung auseinander. Für die Mehrheit der Bevölkerung, insbesondere in den Städten, haben sich die erhöhten Zusatzbeiträge und die Kostenerstattung nicht ausgezahlt. Besonders im ländlichen Raum ist an vielen Stellen die Versorgung nicht mehr gewährleistet. In den Großstädten finden sich luxuriös ausgestattete Praxen, bei denen die Patienten im Rahmen von IGeL-Leistungen und Zuzahlungen einen großen Teil der Kosten selber tragen. Auf der anderen Seite wird eine Minderheit der Bevölkerung insbesondere in den Gesunden Regionen erstaunlich gut versorgt. Durch regionale Vernetzung und intensive Prävention werden dort Wirtschaftlichkeit und Patientenwohl miteinander verbunden.“

Gesunde Regionen: Seien Sie dabei

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Soweit die Fiktion – jetzt sind Sie gefragt: Wie stellen Sie sich eine gesundheitliche Zukunft vor? Wie sollen die Krankenkassen und die Versorgungspartner vor Ort belohnt werden, wenn sie für die Versicherten den bestmöglichen Gesundheitsnutzen generieren? Wie soll nach Ihrer Meinung die Versorgung gesteuert werden? Und wem möchten Sie diese Organisation anvertrauen?

Wir freuen uns über Ihre Anregungen und Ideen. Gerne bauen wir mit Ihnen zusammen in ihrer Region ein Gesundes Valentinstal oder etwas Vergleichbares auf.

Sprechen Sie uns an!

 

Kontakt:

Helmut Hildebrandt
OptiMedis AG
Borsteler Chaussee 53
22453 Hamburg
Tel.: 040 226 211 49-0
E-Mail: This e-mail address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.
Web: www.optimedis.de

 

Gesundheitsversorgung von morgen – Vision 2015

 
 
 
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